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Dunkler raum, man erkennt schemenhaft einen Hacker mit Hoodie vor einem PC sitzen
Cyberangriffe auf Kühlanlagen

Wenn aus einem Hackerangriff ein Sachschaden wird

Vernetzte Kühlanlagen geraten ins Visier von Cyberkriminellen

Aktuelle Vorfälle zeigen, wie schnell ein Cyberangriff reale Auswirkungen auf einen Betrieb haben kann. In mehreren deutschen Supermärkten und weiteren Betrieben wurden vernetzte Kühl- und Tiefkühlanlagen aus der Ferne manipuliert. Die Temperaturen wurden teilweise massiv erhöht, sodass Lebensmittel verdarben und entsorgt werden mussten.

Das Risiko betrifft jedoch nicht nur den Lebensmitteleinzelhandel. Überall dort, wo Kühl-, Kälte- oder andere technische Anlagen vernetzt und aus der Ferne erreichbar sind, können zusätzliche Cyberrisiken entstehen. Das kann beispielsweise Unternehmen aus Lebensmittelwirtschaft, Produktion, Logistik, Gastronomie oder anderen Bereichen mit temperaturgeführten Waren betreffen.

Für Unternehmen stellt sich damit nicht nur die Frage nach der IT-Sicherheit. Ebenso wichtig ist die Frage:

Wie ist mein Unternehmen abgesichert, wenn aus einem Cyberangriff ein konkreter Sach-, Waren- oder Betriebsunterbrechungsschaden entsteht?

Wie können vernetzte Kühlanlagen zum Angriffsziel werden?

Moderne Kühlanlagen lassen sich häufig zentral überwachen und steuern. Fernzugriffe ermöglichen es beispielsweise Technik- und Wartungsdienstleistern, Temperaturen zu kontrollieren, Störungen zu erkennen oder Einstellungen aus der Ferne vorzunehmen.

Diese Vernetzung kann jedoch auch Angriffsflächen schaffen.

Aktuelle Fälle zeigen, dass insbesondere unzureichend geschützte Fernzugänge und aus dem Internet erreichbare Steuerungssysteme ein Risiko darstellen können. Auch veraltete Systeme, fehlende Sicherheitsupdates sowie unzureichend geschützte Zugangsdaten können die Gefahr eines Angriffs erhöhen.

Cyberkriminelle können dadurch beispielsweise:

- Temperatureinstellungen manipulieren,
- Kühl- oder Abtauvorgänge beeinflussen,
- Steuerungen und technische Prozesse beeinträchtigen,
- Zugänge zu vernetzten Systemen kompromittieren,
- Betriebsabläufe erheblich stören.

Aus einem Cyberangriff können erhebliche Folgeschäden entstehen

Was zunächst wie ein reines IT-Problem erscheint, kann schnell Auswirkungen auf Waren, Anlagen und den gesamten Betrieb haben.
 

Waren- und Vorratsschäden
Lebensmittel, pharmazeutische Produkte oder andere temperaturempfindliche Waren können durch eine unterbrochene Kühlkette unbrauchbar werden.
 

Betriebsunterbrechung
Fallen wichtige Kühl- oder Steuerungssysteme aus, können Produktion, Lagerung oder Verkauf vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt fortgeführt werden.
 

Schäden an technischen Anlagen
Manipulationen an Steuerungen und Betriebsparametern können auch Auswirkungen auf technische Systeme und Anlagen haben.
 

Cyber-Kosten
IT-Forensik, Wiederherstellung von Systemen und Krisenmanagement können weitere Kosten verursachen.
 

Haftungsrisiken
Je nach Schadenfall können auch Ansprüche Dritter entstehen.

Cyberversicherung oder Sachversicherung: Wer zahlt im Schadenfall?

Ein Cyberangriff beginnt digital. Der daraus entstehende Schaden kann jedoch ganz real sein.
Genau an dieser Schnittstelle kann die Absicherung komplex werden: Was passiert beispielsweise, wenn nach einem Cyberangriff Waren verderben, technische Anlagen beschädigt werden oder der Betrieb vorübergehend stillsteht?

Ob und in welchem Umfang solche Schäden versichert sind, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Je nach Ursache, Schadenbild und bestehendem Versicherungsschutz können unterschiedliche Versicherungsbereiche relevant sein, beispielsweise:

- Cyberversicherung
- Sachversicherung
- Elektronik- oder Maschinenversicherung
- Warenversicherung
- Betriebsunterbrechungsversicherung

Entscheidend sind die konkret vereinbarten Versicherungsbedingungen, Versicherungssummen, Sublimits und Ausschlüsse.

Gerade bei Sach- und Warenschäden infolge eines Cyberangriffs lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf den bestehenden Versicherungsschutz. Branchenberichte zu den aktuellen Vorfällen weisen darauf hin, dass verdorbene Waren keineswegs automatisch durch jede Cyberversicherung abgesichert sind und gleichzeitig auch klassische Sachversicherungen Cyberereignisse ausschließen können.

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

 

Technische Absicherung

Unternehmen mit vernetzten Kühl-, Kälte- oder Steuerungssystemen sollten gemeinsam mit ihren IT-, Technik- oder Wartungsdienstleistern unter anderem prüfen:

- Sind Steuerungs- oder Fernwartungssysteme direkt aus dem Internet erreichbar?
- Sind Software und Firmware auf einem aktuellen Stand?
- Sind verfügbare Sicherheitsupdates installiert?
- Sind Fernwartungszugänge ausreichend geschützt?
- Werden starke und individuelle Zugangsdaten verwendet?
- Wird eine Mehrfaktor-Authentifizierung eingesetzt, wo dies technisch möglich ist?
- Sind externe Zugriffsrechte auf das notwendige Maß begrenzt?
- Werden Zugriffe und ungewöhnliche Aktivitäten überwacht?

Entsprechende Maßnahmen wie regelmäßige Updates, geschützte Fernzugänge, individuelle Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine Begrenzung externer Zugriffe werden auch im Zusammenhang mit den aktuellen Angriffen empfohlen.

 

Versicherungsschutz

Neben der technischen Absicherung sollte auch der bestehende Versicherungsschutz überprüft werden.

Sie haben bereits eine Cyberversicherung?
Dann lohnt sich ein genauer Blick darauf, ob beispielsweise Sach- und Warenschäden infolge eines Cyberereignisses berücksichtigt sind und welche Versicherungssummen, Sublimits oder Ausschlüsse vereinbart wurden.

Sie haben noch keine Cyberversicherung?
Dann können die aktuellen Vorfälle ein sinnvoller Anlass sein, das individuelle Cyberrisiko Ihres Unternehmens zu betrachten und zu prüfen, welche Absicherung zu Ihrem Unternehmen passt.

Cyberrisiken enden nicht an der IT

Die aktuellen Angriffe auf vernetzte Kühlanlagen zeigen, wie eng digitale Risiken und reale Sachschäden inzwischen miteinander verbunden sein können.

Als ungebundener Versicherungsmakler betrachten wir deshalb nicht nur einzelne Versicherungsverträge, sondern auch das Zusammenspiel Ihrer bestehenden Absicherung. Über unseren ungebundenen Marktzugang prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Lösungen zu Ihrem Unternehmen und Ihrer individuellen Risikosituation passen.

Sie betreiben vernetzte Kühl- oder Steuerungsanlagen?

Gerne prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, ob Ihr bestehender Versicherungsschutz auch Cyberrisiken und die daraus möglicherweise entstehenden Folgeschäden angemessen berücksichtigt.

Ihre Ansprechpartner